Natur in Stutensee

Die Bevölkerung für Belange des Umwelt- und Naturschutzes zu sensibilisieren und zu gewinnen liegt im großen Interesse der Stadt Stutensee.Dabei ist der Umweltbeauftragte im Rathaus Stutensee zentrale Anlaufstelle für alle Fragen und Anliegen der Bevölkerung rund um das Thema Umwelt.

Veranstaltungen wie Umwelt- und Gesundheitstage, Broschüren, wöchentlich aktuelle Veröffentlichungen im Amtsblatt, Aktionen, wie Mitfahr-, Umwelt- oder Pflanzenbörsen sowie verschiedene Projekte gemeinsam mit den Schulen sind breites Spektrum der städtischen Öffentlichkeitsarbeit.

Tag der offenen Gärten 2016

Stutensee - liebenswerte Stadt im Grünen

Facettenreiche Natur & Umweltschutz

Landschaftliche Gegensätze, die anziehen

Die Landschaft, in der die Stutenseer Gemarkung eingebettet liegt, ist von auffallenden Gegensätzen geprägt: Im Osten ragen die Ausläufer des Kraichgaus empor mit dem markanten Michaelsberg, im Westen verläuft der Rheinstrom mit seinen europaweit einzigartigen Flußauen. Den Raum dazwischen füllen die Hardtplatten mit Stutensee aus.

Die Landschaft ist in Richtung Rhein geprägt von Resten sich einst weit erstreckender, in der letzten Eiszeit gebildeter Binnendünen und Flugsandfelder. Der Hardtwald zwischen Karlsruhe und Graben-Neudorf, zum größten Teil auf Stutenseer Gemarkung stehend, wurzelt auf sandigen Standorten. Zudem gibt es steppenartige Restgebiete mit einzigartiger Sandflora und –fauna, die in Spöck in den „Wilhelmsäckern“ unter Schutz stehen.

Ganz im Osten berührt die Stutenseer Gemarkung das Gebiet der Kinzig-Murg-Rinne, die in vorgeschichtlicher Zeit die Wässer der Kraichgau- und Schwarzwaldbäche aufnahm und sie über temporäre Durchbrüche im Dünengürtel dem Rhein zuführte. Diese unkontrollierten Wasserläufe wurden ab der Römerzeit gezähmt und durchziehen heute auf weiten Strecken die Stutenseer Gemarkung.

Dazwischen gibt es immer wieder renaturierte Abschnitte.

Das Umweltamt, die Bevölkerung und der Umweltschutz

Die Stutenseer Bevölkerung für das Besondere und die Schönheiten dieser Landschaft zu sensibilisieren, zu begeistern und nachhaltig zu gewinnen, ist stetes Ziel der Stadtverwaltung.

Mit der Einrichtung des Sachgebietes Umwelt besteht seit über zwanzig Jahren eine zentrale Anlaufstelle in allen Fragen des Umwelt- und Naturschutzes. Die gute Resonanz auf Veranstaltungen, insbesondere „Tage der offenen Gärten“, Projekte mit Schulen und Vereinigungen sind Beleg für die rege Interaktion zwischen Bevölkerung und Stadt.

Unsere Wälder - hohe ökologische Wertigkeit mit attraktivem Freizeitwert

Fast die Hälfte der Stutenseer Gemarkung ist bewaldet – im Westen der Hardtwald mit schönen Eichenbeständen, im Osten Feuchtwälder entlang der alten Kinzig-Murg-Rinne.

Alle Waldflächen stehen unter Landschaftsschutz und sind Teil des europaweiten Schutznetzes NATURA 2000.

Als sog. FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) zählen sie zu einem innereuropäischen Netzwerk von Lebensräumen und tragen dazu bei, typische Lebensräume mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten.

In Friedrichstal und Blankenloch sind Waldteile zudem als Bann- bzw. Schonwald ausgewiesen. Neben ihrer ökologischen Wertigkeit haben die Stutenseer Wälder besonders hohen Freizeitwert:

Spielplätze, Waldhütten und ein riesiges Wegenetz, das auf dem markgräflichen, vom Karlsruher Schloss ausgehenden „Strahlenkranz“ basiert, bieten der Bevölkerung von Stutensee und aus dem Großraum Karlsruhe vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung.

„Heglachaue“ , „Blankenlocher Wiesen“-schöne Wiesen & viele Radwege

In den 1960er-Jahren erfuhr die Landwirtschaft auch in Stutensee tief greifende Umstrukturierungen. Zuvor dominierten der Anbau von Sonderkulturen, wie Tabak und eine großflächige Wiesen- und Weidewirtschaft.

Schöne Wiesen mit ihrer typischen Pflanzen- und Tierwelt gibt es heute hauptsächlich entlang der Hauptflussachse, über die gesamte Gemarkung verteilt. Diese Wiesen in den Landschaftsschutzgebieten „Heglachaue“ und „Blankenlocher Wiesen“ stehen unter gesetzlichem Bestandschutz.

Viele Rad- und Wanderwege erschließen dieses riesige Gebiet und lassen Einheimische und Besucher den Reiz blühender Wiesen sowie fruchtbehangene Streuobstbestände erfahren.

Über Strukturprogramme, wie Biotopvernetzung und Flächenstilllegungen, versuchen Landwirte und Stadt, den Erhalt der Wiesenlandschaften zu fördern.

Stutensee und sein Wasser

Qualitativ hervorragendes Trink- und Brauchwasser

"Wasserschatz Stutensee"

Der wertvollste „Wasserschatz“ schlummert im Untergrund: Stutensee ist eine der wenigen Kommunen, die eigenes, qualitativ hervorragendes, Trink- und Brauchwasser fördert und der Bevölkerung kostengünstig zur Verfügung stellt.

„Hauptfluss“ ist die Pfinz-Heglach, die das Gemarkungsgebiet im Norden bei Graben-Neudorf als Heglach wieder verlässt.

Der „Pfinz-Anteil“ findet sich wieder in der Pfinzkorrektion, die in den 1930er-Jahren die vom Hauptfluss abzweigende Pfinz südlich des Schlosses Stutensee aufnahm und heute wiederum als Alte Pfinz bei Neuthard von der Pfinzkorrektion abzweigt.

Gerade die vielen Verzweigungen machen den vorhandenen Reiz der Stutenseer Bachlandschaft aus. Bedingt durch den einstigen Betrieb zweier Mühlen in Blankenloch sowie Friedrichstal und zum Zwecke der Wiesenwässerung, verlaufen Pfinz-Heglach und Heglach bis zur Friedrichstaler Mühle über Geländeniveau.

Der Uferbewuchs aus Schilf und Gehölzen ist ökologisch wertvoll. Die Hochdeichlage macht eine natürliche Gewässerentwicklung weitgehend unmöglich. Umso wichtiger wiegen die Anstrengungen der Stadt, Entwicklungen, etwa auf den renaturierten Pfennigerswiesen in Blankenloch, auf dem Areal der alten Kläranlage in Friedrichstal oder im nördlichen Teil des Landschaftsschutzgebietes „Heglachaue“, zu fördern und einen ausreichenden Hochwasserschutz sicherzustellen.

Wichtige Bestandteile der „Stutenseer Wasserwelten“ bilden auch die drei Baggerseen in Blankenloch, Spöck und Staffort. Aus den ehemaligen Förderstätten für Kies und Sand entstanden über die Jahre ökologisch wertvolle Wasserbiotope mit hohem Freizeitwert.

 

 

"Gewässerlehrpfad Stutensee"

Um zu Zeiten der intensiven Wiesennutzung eine gute, bis zu dreimalige Heuernte auf den teils sandigen Böden zu ermöglichen, mussten die Wiesen regelmäßig gewässert werden.

Ein ehemals, komplexes und wirkungsvolles System baulicher Einrichtungen mit Gräben zur Be- und Entwässerung ermöglichen diese Flutungen. In den Wiesen und an den angrenzenden Wasserläufen hat sich dieses System bis heute erhalten.

Hervorragend ist vor allem die Vielfalt der technischen Bauwerke, wie Schleusen, Wehre und Stellfallen. Heute dient dieses System der ehemaligen Wiesenwässerung Zwecken des regionalen Hochwasserschutzes.

Außerdem sind die Grabentrassen wichtige Linien zur Vernetzung einzelner Lebensräume.

Ein informativer Flyer der Stadtverwaltung gibt umfangreiche Informationen zur Wiesenwässerung und führt zu einzelnen Stationen des gemarkungsweiten „Gewässerlehrpfades Stutensee“.

Biotopnetz & Obstbäume

Apfelsaft direkt von hier

Wie grüne Gürtel umgaben früher Bestände einheimischer Obstbäume die Ortschaften. Die Früchte dienten dem direkten Verzehr und zur Mostherstellung.

Streuobstbestände gibt es heute vor allem auf den Wiesenflächen, die das Landschaftsbild prägen. Mit verschiedenen Programmen und Aktionen fördert die Stadt den Erhalt der vorhandenen Bestände.

Als Gründungsmitglied in einem landkreisweiten Verein unterstützt die Stadt darüber hinaus, den regional erzeugten Apfelsaft von der hiesigen Streuobstwiesen bekannt zu machen.

Zukunftsorientiertes Biotopvernetzungskonzept

Seit 1993 verfügt Stutensee über ein umfangreiches Biotopvernetzungskonzept. Dieses Text- und Kartenwerk listet die vorhandenen Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt auf, bewertet sie und beinhaltet Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume.

Die Stadt hat bereits eine Fülle von Einzelmaßnahmen umgesetzt. So wurden Hunderte von Obstbäumen neu gepflanzt, kilometerweise Hecken geschaffen, hektarweise Wiesen angelegt und Gewässerläufe renaturiert.

Zusammen mit den aus den Flurbereinigungsverfahren herrührenden ökologischen Maßnahmen ergibt sich ein Netz linienhafter Lebensraumstrukturen, welches geeignet ist, den Bestand der heimischen Flora und Fauna zu fördern.

Passend zu dieser „ökologischen Philosophie“ passen die Projekte der Stadt, im Rahmen der Bauleitplanung notwendige Eingriffe in Landschaft und Naturhaushalt mit standortangepassten Ausgleichsmaßnahmen zu kompensieren.

So wurde z. B. südlich von Friedrichstal eine Dünenlandschaft neu angelegt. Die ersten Erfolge sind viel versprechend.

Agenda-Projekte

AG Natur und Umwelt (NEST)

Die Agenda-Gruppe "Natur und Umwelt" (NEST) befasst sich neben der Förderung des Naturschutzes vorrangig mit dem umweltpädagogischen Projekt "Natur-Erlebnis Stutensee" (NEST). Sie gestaltet nun bereits seit Anfang 2002 ein jährliches Naturerlebnis-Programm mit monatlichen Veranstaltungen und Führungen durch die Stutenseer Natur.

Vogelstimmenführung am Stafforter Baggersee
Vogelstimmenführung am Stafforter Baggersee

2004 wurde ein ausgeschilderter Naturerlebnispfad in der Umgebung des Stutenseer Schlosses eingerichtet, auf dem die Besonderheiten und der Reiz von Natur und Landschaft unserer Heimat mittels Informationstafeln dem Betrachter näher gebracht werden.

Im Mai 2005 errichtete die Gruppe gegenüber den Pfennigerswiesen nördlich der Gasverdichterstation Blankenloch das "Bienenhäusle", dessen Seitenwände aus verschiedenartigen Nisthilfen für Bienen und Hummeln bestehen. Im Sommer ist dort in einem Schaukasten ein lebendes Honigbienenvolk zu bewundern. Hier kann man nicht nur das Leben der Honigbienen und der zahlreichen Wildbienenarten beobachten, sondern sich an Hand von Informationstafeln sachkundig machen.

Bienenhäusle bei den Pfennigerswiesen
Bienenhäusle bei den Pfennigerswiesen

Am Südrand des Pfennigerswiesen-Biotops errichtete die Gruppe einen Sandhügel als Brutplatz für Erdbienen und –wespen. Daneben wurde in 2010 ein Aussichtshügel mit einer Trockenmauer und einer seitlichen Treppe geschaffen. Dadurch ist ein freier Ausblick auf das Feuchtbiotop gewährt, ohne dass es betreten werden muss.
In den Nischen und Fugen der Mauer finden Hummeln, Wildbienen und Wespen Nistmöglichkeiten. Auch Eidechsen und Blindschleichen finden dort Lebensraum.

Trockenmauer bei den Pfennigerswiesen
Trockenmauer bei den Pfennigerswiesen

Seit 2012 werden von Ehrenamtlichen in jedem Frühjahr Erdkröten im Blankenlocher Gewerbegebiet Nord I  gesammelt und zu ihrem Laichgebiet am Blankenlocher Baggersee gebracht. Die Amphibien würden sonst auf ihrem Weg vom Hardtwald zum See auf der Durchgangsstraße überfahren werden.

Kröten im Doppelpack: Weibchen unten, Männchen oben bei der Wanderung zum Blankenlocher Baggersee
Kröten im Doppelpack: Weibchen unten, Männchen oben bei der Wanderung zum Blankenlocher Baggersee

In der Gruppe gibt es Kenntnisse über Biotope sowie über Flora und Fauna auf der Gemarkung Stutensee.

Anerkennung fand die Arbeit der Agenda-Gruppe 2006 durch den 1. Preis beim landesweiten Ehrenamtswettbewerb “Echt gut” und 2007 durch einen 1. Preis beim Kreisumweltschutzwettbewerb des Landkreises Karlsruhe.

Informationen gibt es unter Telefon: 07249/ 7230

Zum Herunterladen: Jahresprogramm 2016

Projekt des Obst- und Gartenbauvereins Blankenloch e.V.

Das Agenda-Projekt des Obst- und Gartenbauvereins Blankenloch e.V. wurde beim landesweiten Wettbewerb im Jahr 2002 mit dem Förderpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Das Projekt gliedert sich in die Bereiche:

  • Obst- und Bienenlehrpfad
  • Info-Zentrum mit integrierter Wildbienen- und Vogelschutzwand
  • Hotel für Wild- und Honigbienen

Betreut wird das Projekt von den Fachwarten Werner Lang und Werner Enderle.

Der Flyer zu dem Projekt zeigt in anschaulicher Weise die Entwicklung von der Entstehung bis zur Fertigstellung. Künftig ist eine Erweiterung des Lehpfadres, die von der Flurbereinigungsbehörde und der Stadt unterstützt wird, vorgesehen. Flyer zum Herunterladen: Hier

Ansprechpartner:

Jürgen Gottschalk
1. Vorsitzender des Obst- und
Gartenbauverein Blankenloch
Hauptstraße 37
76297 Stutensee
Telefon: 07244/91633    

Werner Lang
Fachwart für Obst und Garten
Telefon: 07244/94145

Werner Enderle
Fachwart für Obst und Garten, Imker
Telefon: 07244/92756
 

Korksammelwettbewerb 2017

Wie jedes Jahr veranstaltet der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Karlsruhe  unter dem Motto „Korken für Kork“ einen Korksammelwettbewerb für Kinder- und Jugendgruppen.  Stichtag ist in diesem Jahr Samstag, der 01. Juli  2017. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, Kinder und Jugendliche für das Thema Abfallvermeidung und –verwertung  am Beispiel „Korken“ zu sensibilisieren. Selbstverständlich unterstützt die Stadt Stutensee diesr Aktion und richtet am Donnerstag, den 29. Juni 2017 zwischen 10.00 – 12.00 Uhr eine Abgabestelle für die gesammelten Korken im  Bauhof in Blankenloch,  Hasenäckerweg 7 ein.