Friedrichstal

Stutensees jüngster Stadtteil wurde für französische Emigranten zur neuen Heimat

In einer großen Welle wanderten zwischen 1550 bis 1750 französische Migranten, vor allem Hugenotten, Wallonen und Flamen, aus vielen Regionen Nordfrankreichs, Belgiens und der Schweiz in die angrenzenden prostestantischen Länder aus.

Friedrichstal wurde 1699 durch Protestanten aus Frankreich gegründet. Diese, Hugenotten genannt, erlebten Zeiten der Duldung, aber meist der Verfolgung und Unterdrückung.

Noch mehr Wissenswertes

Nach der Widerrufung des Toleranzedikts von Nantes 1685 siedelten sich viele Glaubensflüchtlinge in den Nachbarländern an.

In Baden war es Markgraf Friedrich Magnus, der einer Gruppe von Hugenotten, Flamen und Wallonen- 70 Personen, einige davon aus der Picardie- 1699 eine Ansiedlung ermöglichte. Sie waren vorher in der Pfalz, in Billigheim und Mörlheim, wohnhaft und mussten aus politischen und religiösen Gründen eine neue Bleibe suchen. Ihnen wurde Land für Ackerbau, Viehzucht und zur Ortsgründung gegeben sowie Religionsfreiheit gewährt. Die neue Gemeinde erhielt den Namen „Fridericiana Vallis“- Friedrichstal. Fast 60 Jahre nach der Gründung „Fridericiana vallis“ – übersetzt Friedrichstal wurde im jüngsten Stadtteil Stutensees ausschließlich französisch gesprochen.

Die Siedler führten den Tabakbau in der Region erfolgreich ein. Mit Beginn der Industrialisierung wurde die Landwirtschaft allmählich zum Nebenerwerb. Der Ausbau der Rheintalbahn 1895 brachte der Gemeinde neuen Aufschwung.

Die heutige evangelische Kirche wurde nach dem Abriss des 1726 erbauten Holzkirchleins 1830 eingeweiht. Durch den Zustrom vieler Heimatvertriebenen und Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg nahm die Einwohnerzahl stark zu. Es entstanden neue Wohngebiete sowie 1959 eine moderne katholische Kirche.

Mit der Gemeindereform 1975 schloss sich Friedrichstal zusammen mit Spöck, Staffort, Blankenloch und Büchig zur neuen Großgemeinde Stutensee,- benannt nach dem zentral gelegenen Rokokoschlösschen- zusammen. 1998 wurde Stutensee, mit nun weit über 20000 Einwohnern, zur „Großen Kreisstadt“ erhoben.

Die seit 1982 bestehende Partnerschaft Friedrichstals mit der Gemeinde Saint- Riquier in Frankreich bildet durch häufige Begegnungen eine lebendige Brücke zur alten Heimat.

Mit dem direkten Anschluss an die Rheintalstrecke, die Anbindung an die Straßenbahn sowie die Erschließung neuer Wohngebiete erfolgte eine überaus positive Entwicklung Friedrichstals, die sich auch durch die Bedeutung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) bis heute fortsetzt.

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