Stutensee: ein Wohnort für Alle

Wohnen & Wirtschaft

Stutensee: ein Wohnort für Alle

Stutensee: Wohnen in Staffort, Spöck, Friedrichstal und Blankenloch mit Büchig

Stutensee: ein Wohnort für Alle
Kommunale Wohnungspolitik im Spannungsfeld von Wirtschaft, Ökologie und sozialen Aspekten

Stutensee ist ein beliebter Wohnort in der Region. Dementsprechend hoch sind Nachfrage und Preise auf dem Wohnungsmarkt.  Diese Entwicklung wird laut aktueller Analysen z.B. der Prognos AG  auch in den kommenden Jahren anhalten.
Bereits im Jahr 2015 wurde Stutensee vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft als Kommune mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft.

Die Nachfrage nach Wohnraum in Stutensee wird neben der Bevölkerungsentwicklung in der Region, in Baden-Württemberg, maßgebend beeinflusst durch die Entwicklung der Haushaltsgrößen.
Signifikant zurückgegangen ist dabei der Anteil an Mehrpersonenhaushalten (mindestens 3 Personen). Single- und Zweipersonenhaushalte haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Belegungsdichte, welche die Anzahl an Bewohnern je Wohnung beschreibt, ist auf 2,2 Personen je Haushalt gesunken.

In der Region wird zu wenig und auch zu teuer gebaut. Die Lücke zwischen Bedarf und zu wenigen Neubauten, die bereits für den „Normalverdiener“ zu teuer sind, ist Realität. „Wohnen wird immer mehr zum Armutsrisiko“, warnt auch der Deutsche Mieterbund Baden-Württemberg.
Um dem wachsenden Wohnraumbedarf sozial ausgewogen zu begegnen haben Bund, Land und Regionalverband Wohnraum-Initiativen gestartet und damit die Dringlichkeit zur Erstellung von preiswertem Wohnraum drastisch hervorgehoben.

Auf kommunaler Ebene muss sich der Gemeinderat Stutensee seiner Verantwortung stellen und Strategien entwickeln, mit denen eine gute Wohnraumversorgung erzielt und vor allem Einkommensschichten erreicht werden, die ihren Wohnbedarf nicht selbstständig im höheren Preissegment decken können und auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind.

Neben der grundsätzlichen Diskussion über Bedarf und Notwendigkeit von Wohnraum für alle Einkommensschichten ist in Stutensee ebenfalls den demografischen Veränderungen Rechnung zu tragen. So ist das Bedürfnis nach barrierefreiem Wohnraum auch in unserer Stadt keine „Zukunftsmusik“, sondern bereits heute tatsächlich gegeben in der Bedürfnislage von vielen Senioren.  

Zukunftsorientierte kommunale Wohnungspolitik in Stutensee heißt für die gewählten politischen Vertreter und die Stadtverwaltung, mit vielen Themenfeldern umzugehen, diese querschnittsorientiert zu betrachten und möglichen Fehlentwicklungen vor allem aus einseitigen Betrachtungsweisen heraus, mit Ideen und neuen Wegen konsequent entgegenzutreten.


Es ist ein Fakt, dass der Siedlungsschwerpunkt in den kommenden Jahren, vor allem getragen durch das bestehende Infrastrukturgefüge und Arbeitsplatzangebot, im Stadtteil Blankenloch mit Büchig liegen wird. Natürlich in Relation zur Entwicklung in den anderen Stadtteilen. Darauf verweisen wiederholt auch der Regional- und Nachbarschaftsverband. Unterschiedliche Standpunkte in diesem Umfeld gilt es zu respektieren, mit konstruktiven Diskussionen zu beleuchten und schlussendlich unterschiedliche Handlungsoptionen vor allem aus dem „Blick aufs Ganze“ zu prüfen und Entscheidungen abzuwägen.

Tragfähige wohnungspolitische Lösungen sind am besten auf der Basis von verfügbaren kommunalen Flächen, die nahe an der Stadtbahnlinie liegen und an eine gute bestehende Infrastruktur angebunden werden können realisierbar.

Chancen für eine gute Wohnungspolitik eröffnen sich derzeit vor allem auch durch den Leitgedanken der Möglichkeiten der Entwicklung eines Modellwohngebiets, das der Regionalverband unterstützen würde. Zentrale Voraussetzung hierfür ist allerdings die Verfügbarkeit einer passenden kommunalen Fläche.

Themen wie Naherholung, Ökologie und Nachhaltigkeit sowie verschiedene Wohnformen können dann in den Mittelpunkt von Planungen rücken. Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen, barrierefreie Wohnkonzepte, Gestaltung von Naherholungszonen mit Spielflächen, gute und sicher begehbare Wege, Plätze mit hoher Aufenthaltsqualität, der Ausbau von Fahrradwegen, nachhaltige Mobilitätskonzepte wie Carsharing, Elektroladesäulen, aber auch neue, innovative Formen der Nahversorgung und Verkehrsinfrastruktur, sind beispielhaft Aspekte, die zu diskutieren und hinsichtlich dem konkreten Mehrwert für die Stutenseer Einwohnerschaft zu bewerten sind. Dabei kann beispielsweise auch die Gründung einer Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft oder Wohnungsbaugenossenschaft in Stutensee  mit in die Überlegungen einbezogen werden.

Unter dem Motto „Zukunft Stutensee-Wohnen“ erhoffen sich Gemeinderat und Stadtverwaltung in den nächsten Monaten eine Bürgerbeteiligung in der Stadt, die sachorientierte Dialoge ermöglicht.
Bürgerschaft, Gremien, Verwaltung,  Verbände und Ehrenamtsvertreter aller Stadtteile – aus Staffort, aus Spöck, aus Friedrichstal sowie aus Blankenloch mit Büchig-  sind gefragt, um den besten Weg für die Stadtentwicklung zu finden und letztlich gestalten zu können.

Die Verwaltung wünscht sich einen konstruktiven Prozess und viele gute Ansätze von der Bevölkerung, der Politik und Experten. Zukunft gilt es für ALLE in Stutensee zu gestalten! Nur mit diesem Ansatz wird es gelingen, auch für Wohnungspolitik die breite Zustimmung in der Stadtgesellschaft zu finden.